Playground (2016) - Filmbewertung

Originaltitel: Plac zabaw

Land: Polen

Genre: Drama, Crime

Regie: Bartosz M. Kowalski

Darsteller: Michalina Swistun, Nicolas Przygoda, Przemyslaw Balinski, Bartlomiej Milczarek

Inhalt

Am letzten Tag der Schule möchte die zwölfjährige Gabrysia ihrem Klassenkameraden ihre Liebe gestehen. Hierfür bittet sie ihn unter einem Vorwand zum Spielplatz zu komemn, doch dann entwickelt sich plötzlich alles anders als geplant. (Quelle: www.filmstarts.de)

Rezension

"Playground" ist einer dieser Filme, die auf Festivals gezeigt werden und dort dann die Rezensoren zum Grübeln bringen. Ähnlich wie bei "A Serbian Film" gehen die Meinungen natürlich komplett auseinander. Ist das radikales, riskofreudiges, erfrischend anderes Independent-Kino mit einer nachvollziehbaren Existenzberechtigung oder simpel formuliert einfach nur "kranker Scheiss"? Diese Frage kann wohl tatsächlich nur jeder für sich selbst beantworten. Klar, es werden am Filmende Bilder gezeigt, die man so in dieser Härte eher selten präsentiert bekommt. Und ja, es stockt einem der Atem und man muss das Gesehene erst einmal verdauen. Bis zum besagten Schluss wirkt das Werk als ein etwas pessimistisches, gut beobachtetes Jugenddrama. Das radikale Ende wirft dieses Konstrukt dann jedoch völlig über den Haufen. Ich persönlich mag diese schonungslose Gangart hin und wieder ganz gerne, weil sie sich abhebt vom weichgespülten Mainstream. Der Streifen ist mit überaus talentierten Jungdarstellern toll besetzt, lässt aber nicht wirklich einen inhaltlichen roten Faden erkennen. Besonders die angesprochene Abschlussszene wurde im Netz heiß diskutiert, ohne aber Details zu verraten. Formulierungen wie "verstörend", "unfassbar" und "nicht zu ertragen" konnte man lesen. Allein wegen meiner Neugier auf diese letzte Sequenz wollte ich mir "Playground" unbedingt anschauen. Und zugegeben, die letzte Einstellung hat es tatsächlich in sich und schlägt schwer aufs Gemüt. Wie es zu dieser massiven Zuspitzung der Gewalt kommt, bleibt komplett offen und hinterlässt den Zuschauer fragend - und fassungslos.

 

Fazit: Das Portrait einer degenerierten Jugend? Eine semi-psychologische Betrachtung der fortschreitenden Verrohung unserer Gesellschaft? Schwer zu sagen. Am Ende bleibt ein gut gespieltes Drama ohne erkennbaren Plot und nicht zu erwartendem bzw. wenig nachvollziehbarem Ende. Aber vielleicht packt einen die Inszenierung gerade deshalb so sehr, weil es sich einem nicht so recht erschließt, wieso der Film so verläuft, wie er es tut.

Bewertung

Filmbewertung
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